Nachricht
  • EU e-Privacy Directive

    Diese Webseie nutzt Cookies zum managen der Authentication, Navigation, und weiterer Funktionen. Beim Benutzen unserer Webseite stimmen Sie zu, das wir Cookies nutzen und auf Ihrem Computer speichern.

    e-Privacy Directive Documente ansehen

    Sie haben Cookies abgeleht. Diese Entscheidung kann rckgngig gemacht werden.

Infrarotfotographie

 

Grob unterscheidet man zwischen der Fehlfarben-IR Fotographie und der SW-IR Fotographie. So gab es zu analoger Zeit auch den guten alten SW-Infrarot Film als auch einen Infrarot FarbFilm.
Hier im ersten Teil befasse ich mich erstmal mit digitalen SW-Infrarotaufnahmen

Als kleines Beispiel mal ein paar Beispiele aus der hier auch liegenden Bildergalerie

Infrarot_1 Infrarot_2 Infrarot_3 Infrarot_4

Dich interessiert also das Thema? OK, dann steigen wir mal ein bisschen ein.


 

 2. Vorraussetzungen für die digitale Infrarotfotographie

Mit die wichtigste Vorraussetzung mag sich trivial anhören, ist es aber nicht. Die Cam muss auch infrarottauglich sein. Der Test mit der Fernbedienung (in die Optik leuchten) ist nur ein erster grober Anhaltspunkt. Sieht man den Punkt auf dem Bild, ok, dann ist die erste Hürde schon mal genommen. Leider ist das immer noch kein entgültiger Anhaltspunkt, bei der Dynax 7d z.B. ist der Punkttest positiv, allerdings sieht man dann, wenn man zum ersten Mal eine IR Aufnahme mit den nicht gerade preiswerten Filtern macht, eine gut erkennbare Struktur des IR Sperrfilters. Das bedeutet dann: leider verloren - das Bild ist eher irgendwas Gerastertes.

Mir als funktionierend persönlich bekannt sind die folgenden DSLR-Gehäuse: (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)
Dynax 5d, Sony Alpha 100+ Sony Alpha 700
Canon EOS 5d, 1dMKII (n)(s) +1dMKIII(s), EOS 20d, 30d, 40d, 400d


 

Eine Bösartigkeit ist allerdings immer noch versteckt: Alle diese Cams haben einen IR-Sperrfilter vor dem Sensor, der Infrarotlicht wegfiltern soll. Eigentlich klasse, aber wir wollen ja gerade Infrarot-Aufnahmen machen. Für den normalen DSLR-Einsatz ist ein Sperrfilter aber auch notwendig, da der Schärfepunkt des IR-Lichtes wo anders liegt als bei sichtbarem Licht und man sonst u. a. unscharfe Aufnahmen erhalten würde.
Als Ausnahme sei hier die EOS 20da genannt. Das a ist hier relevant, es handet sich hierbei um die Astro Version der 20d. Diese hat keinen eingebauten Sperrfilter und muss im Einsatz als normale DSLR einen IR-Sperrfilter vor dem Objektiv haben.Auch gibt es im DForum einen Spzialisten, der die Canon 5d so umbaut, das der Sperrfilter entfernt wird und durch ein Spezialglas mit gleichem Brechungsindex ersetzt wird. Auch hier gilt: Normaler Einsatz dann nur noch mit Sperrfilter vor der Optik.Der Sperrfilter verhagelt uns nämlich die Belichtungszeiten, dadurch, das dieser einen Großteil des IR-Lichtes wegfiltert, braucht man auch bei hellem Sonnenschein Belichtungszeiten im Sekundenbereich ! Ohne diesen Sperrfilter hat man die Möglichkeit, auch IR-Aufnahmen freihand zu machen.

Ok, deine Cam gehört also zu der Gruppe der DSLR mit denen prinzipiell Infrarotaufnahmen möglich sind? Alles klar, dann kommen wir zum nächsten Thema, dem Filter


 

Der Infrarot Filter soll das (bzw. das meiste) sichtbare Tageslicht wegfiltern. Ich verwende einen HOYA 72, auch möglich sind B&W IR-dunkelrot (92) bzw B&W IR-Schwarz (093). Ohne viel Schleichwerbung machen zu wollen, für Filter mal bei http://www.versandhaus-foto-mueller.de reinschauen, haben fast immer extrem gute Preise. Eine Bösartigkeit gibts allerdings immer noch, und die hängt mit der Optik zusammen. Es können bei bestimmten Objektiven HotSpots auftreten - heller bzw. helle Bereiche meist in der Mitte meist hilft dann die Verwendung eines andersartiges Objektivs.

Als funktionierend kenne ich aus eigener Erfahrung:
Minolta 28-70/2.8G und Minolta 28-135
Canon 17-40/4.0L und Canon 24-105/4.0L IS
Nun verlassen wir mal die graue Therorie und betreten ein bisschen die Praxis: Infrarotfotographie ist eigentlich nichts für bedeckten Himmel. Grund ist einfach, das Wasser der Wolken reflektiert hervorragend das Infrarotlicht und so hat man dann auf dem Bild eine schöne eintönige weiße Fläche. Toll. Sieht natürlich nicht gerade schön aus.
Beste Grundvoraussetzungen sind ein blauer Himmel mit ein paar Wölkchen, die sich dann auf der Infrarotaufnahme weiß vor tiefdunklem Himmel abzeichnen und schon ist die mystische Stimmung perfekt.


 

Ok, machen wir mal das erste IR Bild. Den Filter vor die Linse geschraubt und.... upps, man erkennt ja nichts mehr und der AF fährt auch nur hilflos spazieren. Das war etwas zu voreilig.

Besser ist diese Reihenfolge: Filter ablassen, fokussieren (entweder manuell oder AF), dann Optik auf MF stellen und ganz wichtig: Alle guten Optiken haben eine rote Markierung (die sogenannte IR-Marke). Die Entfernung, die uns die Optik jetzt anzeigt, drehen wir weiter, so das diese jetzt an der IR-marke liegt. Richtig, eine Seite vorher hatte ich dazu ja was geschrieben gehabt, IR Licht bricht anders als sichtbares Licht und wir wollen ja die IR- Aufnahme scharf haben. Bis jetzt alles klar und gutgegangen? OK, dann brauchen wir an der Cam noch eine Vorbereitung. Der automatische Weißabgleich wird bei Verwendung des IR-Filters auch nicht mehr sauber arbeiten. Also stellen wir im Menü die Farbtemperatur so tief wie nur möglich ein. Ideal sind ca 1200K, aber direkt im Menü einstellen läßt sich das bei so gut wie keiner Cam. Tiefste Werte sind meistens 2000K bis 2500K. Alternativ geht auch folgendes: ein ganz normales Bild mit IR-Filter einer Graukarte aufnehmen. Bei Canon DSLR-s kann dann die Cam das Bild als Referenz für einen manuellen Weißabgleich benutzen, mit dem Trick umgeht man die 2000K als tiefsten Wert. Blick ins Handbuch bei Canon DSLRs Thema Custom WB,- Bild auf Karte registrieren.


 OK, weiter gehts. Hat man die Cam noch auf AV oder P stehen und löst aus- ich würde wetten, das Bild ist schwarz. Der Belichtungsmesser mißt bei aufgedrehtem IR Filter irgendwas in Richtung der relativen Mondfeuchtigkeit, aber keine sinnigen Werte. Also Cam auf M, ISO 100 oder 200, Blende al gusto und Zeit auf ca 5s, und auslösen. Blick aufs Histogramm, relevat für uns ist der Rotkanal. (Deshalb haben wir vorhin ja auch den WB schon so gut wie möglich kalibriert, ansonsten wäre das Historgramm nicht besonders aussagekräftig). Da ich jetzt mal vorraussetze, das, wenn man sich mit IR befasst, man zumindest seine DSLR bedienen kann und ein Histogramm deuten kann, korriert man jetzt solange die Zeit, bis laut Histogramm ein vernünftig belichtetes Bild dabei rauskommt (Achtung, drauf achten, rot DARF nicht clippen)

Vom Raw zum fertigen Bild
Bis hierhin hat alles geklappt? Wunderbar, wenns mit der Belichtung und dem Weißabgleich hingehauen hat, wird das Bild jetzt wahrscheinlich in etwa so aussehen:

 


 

Ganz ideal ist das Beispiel nicht, der Himmel ist hier durchgängig hell, an dem Tag war das Wetter vollständig bewölkt, so das der Himmel fast weiß erscheint. Aber wir sehen hier schön, Laub, Gras (Chlorophyll) reflektiert extrem gut IR Licht, so das das Gras hier fast weiß erscheint. In der weiteren Bearbeitung erfolgt dann nomalerweise in der EBV eine automatische Tonwertkorrektur (WB kann auch nochmal angepasst werden, die Pipette läßt sich bei solchen Aufnahmen immer schön auf die grünen Stellen ausrichten. Als nächsten Schritt brauchen wir noch einen Trick, in unserem EBV Programm vertauschen wir den Rot und den Blaukanal. Dazu nehmen wir bei Photoshop den Kanalmixel und stellen ein: Rot: Rot 0, Grün: 0: Blau 100 und Blau: Rot 100, Grün 0 Blau 0:
Heraus kommt dabei folgendes:


 

Auch hier wenden wir nochmal vorsichtig eine Tonwertkorrektur an, dies ist in den Grundzügen schon eine Fehlfarben-IR. Mir diesem Bild als Grundlage gehts dann in die abschließende normale EBV, eventuell anschließend noch eine Schwarz Weiß bzw Schwarz Weiß Tonungsumsetzung.

Ein Beispiel für eine SW Umsetzung z.b. könnte so aussehenen (wohl getrickst mit dem zu hellen Himmel)

So, ich hoffe, ich konnte einen ersten Eindruck im Bereich IR vermitteln. Natürlich werde ich das Thema dieses Jahr in der neuen IR Saison weiter vertiefen

Black im April 2010